Polymersynthese

Neue Prozesse zur Synthese wasserlöslicher Polymere in Heterophasen

Hochmolekulare Polyelektrolyte mit Anwendungen als Retentions- und Entwässerungsmittel werden nach heutigem Stand der Technik überwiegend durch Heterophasen­polymerisationen hergestellt, wobei die Trägerphase entweder ein Öl (w/o-Syteme) oder eine konzentrierte wässrige Salzlösung (w/w-Systeme) ist. Derartige Produkte bringen wertlose und oft unerwünschte, prozessstörende Begleitstoffe (Öl bzw. Salze) in die Applikation ein. Zudem ist bei w/o-Dispersions-Produkten eine oft zeitaufwändige Invertierung und Konditionierung der Dispersionen erforderlich. Außerdem wird das Wirkpotential des Polymers aufgrund seines nicht optimalen Lösungszustandes meist nur ungenügend ausgenutzt.

Wir evaluieren Möglichkeiten zur Herstellung von Polymerdispersionen unter Verzicht auf Öl bzw. klassische Fällsalze, entwickeln Ideen zum Design von Stabilisatoren und anderen Prozesshilfsmitteln und erarbeiten entsprechende Syntheseprozesse. Einer der favorisierten Ansätze dabei ist die Verwendung von Primärflockungsmitteln als Prozesshilfsmittel. Mit einem solchen Verfahren können die Vorteile der Synthese in w/w-Dispersion – die Er­zeugung hoher Molmassen bei einfacher technischer Beherrschbarkeit und der Verzicht auf Mineralöl als Trägerphase – genutzt und gleichzeitig ein Produkt zur Verfügung gestellt werden, das eine Kombination von zwei Wirkstoffen enthält und damit für die Anwender logistische Vereinfachungen bietet.