Künstliche Hornhaut ArtCornea® - Internationale Auszeichnung für Fraunhofer-Forscher

Pressemitteilung / 4.10.2013

Dr. Joachim Storsberg, vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung, wurde in Nizza mit dem »Translational Research Award in Cornea and Ocular Surface Science« ausgezeichnet. Damit würdigte die führende europäische ophthalmologische Forschungsvereinigung EVER (European Association for Vision and Eye Research) auf ihrer Generalversammlung am 21. September 2013 die Entwicklungsleistung des Fraunhofer Forschers auf dem Gebiet der künstlichen Hornhaut.

© Fraunhofer IAP, Foto: Dirk Mahler

Mit dem ArtCornea ®Implantat, das Dr. Joachim Storsberg in enger Zusammenarbeit mit dem Aachener Centrum für Technologietransfer ACTO e. V. entwickelt hat, könnte zukünftig vielen Patienten, die bisher auf eine Spenderhornhaut angewiesen waren, das Augenlicht gerettet werden.

Für die Entwicklung des Vorgängerimplantates für Ultima-Ratio-Patienten, das bereits erfolgreich am Menschen getestet wurde, erhielt Dr. Joachim Storsberg  2010 den Joseph-von-Fraunhofer-Preis. Nun folgte auch eine internationale Anerkennung. Der »Translational Research Award in Cornea and Ocular Surface Science« wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Im Fokus steht die Überführung der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung.

Das ArtCornea® Implantat wurde bereits erfolgreich in Labor- und Tierversuchen getestet. Es verwächst gut mit der natürlichen Hornhaut und ist als einfacher Transplantatersatz für Patienten geeignet, die eine Spenderhornhaut gut vertragen würden, aber wegen des Mangels an geeigneten Spendern keine zeitnah erhalten können. Es ist leicht implantierbar und ruft keine kritischen Immunreaktionen hervor. Demnächst sollen die ersten klinischen Tests folgen. Die Chancen, dass sich die bisherigen positiven Ergebnisse in den klinischen Prüfungen bestätigen, stehen gut – alle Kooperationspartner stufen die Erfolgsaussichten als sehr hoch ein.


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Dr. rer. nat. Joachim Storsberg erhielt den renommierten Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2010 für die Entwicklung einer biomimetischen Keratoprothese. Von 2005 bis 2009 hatte er bereits in Kooperation mit interdisziplinären Teams und Unternehmen eine künstliche Hornhaut hergestellt, die sich speziell für komplizierte Versorgungssituationen bei getrübten Hornhäuten von Patienten eignete. Das neuere Implantat ArtCornea® stellt eine Weiterentwicklung dar.