Biobasierte Folien werden industrietauglich

Pressemitteilung / 3.6.2015

© Fraunhofer IAP, Foto: Steffen Rasche

Am Fraunhofer IAP werden biobasierte Schlauchfolien auf marktgängigen Schlauchfolienanlagen hersgestellt.

Gemeinsame Pressemitteilung von Fraunhofer IAP und Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Biopolymere können auf herkömmlichen Maschinen zu Folien verarbeitet werden – das soll ein Workshop des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP am 10. Juni 2015 in Schwarzheide zeigen. Zudem werden neueste Entwicklungen im Bereich der Biofolien vorgestellt, die die bisher bekannten Einsatzmöglichkeiten von Biofolien deutlich erweitern. Im Fokus stehen dabei coextrudierte Foliensysteme. Der Workshop richtet sich an Folienhersteller und -verarbeiter, aber auch an Vertreter von Kunststoffnetzwerken und Forschungseinrichtungen. Er findet im Rahmen des Verbundprojektes »Kompetenznetzwerk zur Verarbeitung von Biopolymeren (KNVB)« statt, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert wird.

Folien stellen einen wichtigen Bereich in der Kunststoffindustrie dar. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig: von flexiblen Folien für den Verpackungssektor über Beutel und Säcke, Schrumpf- und Dehnfolien, Agrarfolien, Baufolien, Folien für Büro- und Schreibwarenbedarf bis hin zu technischen Isolierfolien sowie anderen Industriefolien. Verschiedene biobasierte Polymere zeigen durch ihre Funktionalitäten für diesen Markt großes Potenzial. Am bekanntesten davon ist das Material Polymilchsäure (PLA) und daraus hergestellte Blends und Compounds, aber weitere Rohstoffe wie Polybutylensuccinat (PBS) kommen neu hinzu. Doch der Preis für Biopolymere ist sehr hoch und ihre Eigenschaften reichen nicht in allen Bereichen an die von konventionellen erdölbasierten Polymeren heran.

»Um Biokunststoffe erfolgreich in der Flach- oder Schlauchfolienproduktion anwenden zu können, müssen diese Werkstoffe über gute Verarbeitungs- und Produkteigenschaften verfügen. Es muss zudem gesichert sein, dass sich ein Biokunststoff ebenso gut mit den im Markt vorhandenen Maschinen verarbeiten lässt wie die gängigen Erdölkunststoffe. Auf beiden Gebieten forschen wir am Fraunhofer IAP und können heute sehr interessante Neuentwicklungen vorweisen. Dieses Wissen und unsere Erfahrungen möchten wir mit den Teilnehmern des Workshops teilen«, erklärt Dr. Mathias Hahn, Biopolymer-Experte am Fraunhofer IAP. Gastvortragende der MCPP Germany (Mitsubishi Chemical Corp.) und der Wacker Chemie AG berichten ebenso über ihre Erfahrungen und Entwicklungen im Bereich der Biomaterialien incl. deren Verarbeitung bei der Folienherstellung. Darüber hinaus werden Fördermöglichkeiten von Projekten zur Förderung des Einsatzes von Biopolymeren in der Kunststoffverarbeitung vorgestellt. Nicht zuletzt soll die Veranstaltung dem Informationsaustausch dienen – auch, um potenzielle Synergien zu erkunden. Eine Besichtigung des Verarbeitungstechnikums für Biopolymere des Fraunhofer IAP in Schwarzheide rundet das Programm ab. Interessenten, die den Einsatz von Biokunststoffen in der Folienproduktion planen oder allgemeine Fragen zu Biokunststoffen und ihrer Verarbeitung haben, sind eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Das Fraunhofer IAP arbeitet in dem Verbundvorhaben zusammen mit dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover (IfBB), dem Kunststoffzentrum SKZ Würzburg und der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz (SLK). Informationen und Ansprechpartner zum Verbundvorhaben »Verarbeitung von biobasierten Kunststoffen und Errichtung eines Kompetenznetzwerkes im Rahmen des Biopolymernetzwerkes der FNR« sind in der Projektdatenbank der FNR auf www.fnr.de, Menü Projekte & Förderung unter den Förderkennzeichen 22017911, 22022512,22022612 und 22022712 zu finden.