Neustrukturierung stärkt Synergien und Zukunftsthemen

Pressemitteilung /

Kompetenzen zusammenführen und zukunftsorientierte Entwicklungen beschleunigen – mit Jahresbeginn schärft das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP im Potsdam Science Park durch strukturelle und personelle Veränderungen sein Institutsprofil und stärkt so die strategische Ausrichtung entlang wachsender Forschungs- und Industrieanforderungen. Die Neustrukturierung des Instituts zeigt sich dabei nicht nur in personellen Änderungen, sondern auch in Umbenennungen und Abteilungswechseln.

© Fraunhofer IAP / Romina Schönefeld
Organisation des Fraunhofer IAP ab 2026

Neue Leitung im Forschungsbereich »Polymerverarbeitung«

Dr. André Lehmann übernimmt zum 1. Januar 2026 die Leitung des Forschungsbereichs »Polymerverarbeitung«. Der Bereich, vormals »Biopolymere«, fokussiert künftig stärker die anwendungsnahe Verarbeitung polymerer Werkstoffe. Dazu zählen Fasern, Folien, Membranen sowie thermoplastische und biobasierte Formkörper. Mit der Neuausrichtung rücken die engen Verbindungen von Materialentwicklung, Verarbeitungstechnologie und Analytik weiter in den Mittelpunkt.

Prof. Johannes Ganster, der den Forschungsbereich seit 2013 leitete, scheidet im März 2026 aus dem Institut aus und wechselt in den Ruhestand. Er prägte in seiner langjährigen Tätigkeit maßgeblich die Materialentwicklung biobasierter Polymere und trieb vor allem die Entwicklung biobasierter Carbonfasern und das Verständnis von Struktur-Eigenschaftsbeziehungen voran.

 

Forschungsbereich »Funktionale Polymersysteme« unter neuer Leitung

Dr. Thorsten Pretsch übernimmt zum 1. Januar 2026 die Leitung des Forschungsbereichs »Funktionale Polymersysteme«. Der Forschungsbereich konzentriert sich auf polymere Werkstoffe mit elektrischen, optischen und Formgedächtnis-Eigenschaften sowie deren technologische Anwendung. Strukturelle Anpassungen ermöglichen künftig eine noch engere Verzahnung von Materialforschung und anwendungsnaher Technologieentwicklung.

Dr. Armin Wedel, der den Bereich seit 2006 leitete, wechselt zum Jahresbeginn 2026 in die Forschungsfabrik Mikroelektronik des Fraunhofer-Verbundes Mikroelektronik in Berlin, wo er für die Internationalisierung der Aktivitäten verantwortlich sein wird. Seine Arbeit am Fraunhofer IAP setzte wegweisende Impulse für die technologische Entwicklung des Instituts: Er baute zentrale Aktivitäten im Bereich organischer Elektronik auf, vertiefte internationale Kooperationen – insbesondere mit Korea – und entwickelte unter anderem die Quantenmaterialien für den Einsatz in Displays und etablierte digitale Druckverfahren für Herstellung der entsprechenden Bauelemente.

 

Neuer Forschungsbereichsleiter für »Synthese- und Polymertechnologie«

Dr. Jens Buller übernimmt zum 1. Januar 2026 die Leitung des Forschungsbereichs »Nachhaltige Polymermaterialien«. Der Bereich, vormals »Synthese- und Polymertechnik«, richtet seinen Fokus verstärkt auf die Entwicklung polymerer Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, deren chemische und physikalische Modifikation sowie die Synthese nachhaltiger Polymere. Anwendungen reichen von bioabbaubaren Partikelsystemen bis zu recyclingfähigen Kunststoffen.

Dr. Thorsten Pretsch, der diesen Forschungsbereich bisher leitete, wechselt in seine neue Rolle als Leiter des Forschungsbereichs »Funktionale Polymersysteme«.

 

Professor Alexander Böker, Leiter des Fraunhofer IAP, betont die Bedeutung der Veränderungen: »Mit der neuen Struktur schaffen wir klare thematische Schwerpunkte und stärken die Synergien zwischen Synthese, Verarbeitung und Funktionalisierung. Die neuen Forschungsbereichsleiter verbinden langjährige Expertise mit strategischer Weitsicht. Damit stellen wir das Institut optimal für die kommenden Jahre auf. Gleichzeitig danke ich Professor Johannes Ganster und Dr. Armin Wedel sehr für ihre langjährige, prägende Arbeit – Professor Ganster insbesondere für seine herausragenden Beiträge zur Entwicklung biobasierter Polymere, der Carbonfaserforschung und zum Verständnis von Struktur-Eigenschaftsbeziehungen, und Dr. Wedel für seine Pionierarbeit beim Aufbau der organischen Elektronik, der OLED- und Displayforschung am Fraunhofer IAP, sowie der internationalen Kooperationen, insbesondere mit Korea. Beide haben die wissenschaftliche Ausrichtung des Instituts entscheidend mitgestaltet und weiterentwickelt.«

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