Finanzminister Olaf Scholz zu Besuch im Potsdam Science Park

Pressemitteilung des Potsdam Science Park /

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz hat heute den Potsdam Science Park besucht und sich über aktuelle Forschung und die Entwicklungsdynamik am größten Wissenschaftsstandort in Brandenburg informiert. Agnes von Matuschka, Geschäftsführerin der Standortmanagement Golm GmbH und Prof. Oliver Günther, Ph.D., Präsident der Universität Potsdam, begleiteten Olaf Scholz auf einem Rundgang durch den Science Park mit Stationen im Innovationszentrum GO:IN 1 und in drei Forschungsinstituten der Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft.

© photothek/Florian Gaertner
Professor Alexander Böker (r.) informiert Finanzminister Olaf Scholz (l.) über die Aktivitäten des Fraunhofer IAP zu Gesundheitsforschung und Energiewende.

Olaf Scholz betonte die Relevanz von Forschungs- und Wirtschaftsstandorten wie dem Potsdam Science Park: „Forschung und Entwicklung sind zentral, für gute Arbeitsplätze und auch für unseren Kampf gegen den von Menschen gemachten Klimawandel. Hier in der Region sieht man, wie es vorangeht: mit einer exzellenten Forschungs- und Hochschullandschaft, die für Innovation sorgt. Wir müssen technologisch vorne sein damit auch die Wirtschaft gut laufen kann. Das ist unsere größte Verantwortung für die Generationen von morgen.“

Mit Finanzminister Scholz kamen Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert zu dem Rundgang in den Potsdam Science Park, der aufgrund der pandemiebedingten Sicherheitsvorkehrungen in Teilgruppen durchgeführt wurde.

 

Mehr Raum für forschungsnahe Unternehmen und ein wachsender Campus der Universität Potsdam

Gemeinsam präsentierten Standortmanagerin Agnes von Matuschka und Uni-Präsident Prof. Oliver Günther die Geschichte und weitere Entwicklung des Potsdam Science Park. Geprägt durch die Universität Potsdam sowie zwei Fraunhofer- und drei Max-Planck-Institute, gehört das Forschungsareal in Potsdam-Golm zu den am schnellsten wachsenden Innovationsstandorten der Metropolregion Berlin-Brandenburg.
Olaf Scholz erhielt einen Überblick über die Pläne für den weiteren Ausbau des Science Parks und verfügbare Ansiedlungsflächen für forschungsnahe Unternehmen auf dem Technology Campus, in den neuen Labor- und Bürokomplexen GO:IN 2 und H-LAB sowie den ersten Gebäuden der Neuen Mitte Golm, dem zukünftigen Stadtteilzentrum in Potsdam-Golm.

Standortmanagement-Geschäftsführerin Agnes von Matuschka betonte den besonderen Pioniergeist am Standort: „Im Potsdam Science Park herrscht Aufbruchstimmung. Wir haben hier eine lebendige und wachsende Community aus Wissenschaftler*innen und Unternehmer*innen, die sich mit großer Energie den wichtigen Zukunftsthemen widmen, und wir haben den großen Vorteil, auch künftig zusätzliche Flächen für sie anbieten zu können. Ab 2021 stehen über 10.000 qm mit neuen Laboren und Büros für Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen Life Science, Biotechnologie, Optik, Geowissenschaften oder Big Data zur Verfügung. Sie finden hier schnell Kooperationspartner aus der Forschung und durch die Nähe zur Universität auch Fachkräfte.“

Universitätspräsident Prof. Oliver Günther: „Als Entwicklungsmotor für Brandenburg und die Region engagiert sich die Universität Potsdam seit jeher für einen zügigen Transfer neuen Wissens und neuer Technologien in die Praxis. Welch große Bedeutung die Wissenschaft für die Wirtschaftsstärke des Landes hat, zeigt der heutige Besuch des Bundesministers für Finanzen, Olaf Scholz, im Potsdam Science Park.“

 

Grundlagenforschung für eine nachhaltigere Welt

Prof. Peter Fratzl, Geschäftsführender Institutsdirektor und Materialforscher am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, der mit seinem interdisziplinären Ansatz die Materialforschung revolutioniert, präsentierte neue Erkenntnisse aus der Forschung an nachhaltigen Materialien. Unter anderem wird bereits Baumrinde als Basis für neuartige Textilien verwendet.
Im Labor konnte sich Olaf Scholz davon überzeugen, wie moderne technische Instrumente die Strukturen von Kolloiden in Holz oder Knochen auf einer Nanoskala sichtbar machen können.
Direktor Prof. Peter H. Seeberger, Leiter der Abteilung Biomolekulare Systeme, berichtete über Fortschritte auf dem Gebiet der kohlenhydratbasierten Impfstoffe und erklärte, wie Zucker gezielt als Basis für Impfstoffe gegen resistente Krankenhauskeime eingesetzt werden. Dazu stellte er ein Gerät zur schnellen Herstellung künstlicher Zucker vor, dessen Grundlagen im Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung entwickelt wurden und das nun von einem Potsdamer Spin-off weltweit verkauft wird.

 

Angewandte Forschung für Energiewende und Gesundheit

Im dritten Teil des Rundgangs besuchte Olaf Scholz das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP sowie den Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI-BB.

Prof. Alexander Böker, Institutsleiter des Fraunhofer IAP, gab Finanzminister Scholz einen umfassenden Überblick über aktuelle Forschungsprojekte, z. B. im Bereich der Covid-19-Forschung. Hier befasst sich das Fraunhofer IAP mit Schutztextilien, Wirkstofftransport, Filter für Belüftungsanlagen und Schnelltests. Zum Thema Energiewende wurden unter anderem neuste Entwicklungen zu Quantum Dots, gedruckter Elektronik, organischen Solarzellen und brillanten Displays vorgestellt.

Einen weiteren Einblick in die Vielfalt der Zukunftsthemen im Potsdam Science Park erhielt Olaf Scholz am Fraunhofer IZI-BB. Institutsleiterin (stellv.) Dr. Eva Ehrentreich-Förster stellte aktuelle Entwicklungen im Bereich neuartiger Sensorsysteme vor, die am Institut entwickelt werden. Diese sind in der Lage, schnell und mobil Krankheitserreger, aber auch Schadstoffe nachzuweisen. In ihrer Präsentation zeigte Ehrentreich-Förster, wie diese Sensorsysteme mit Unterstützung einer adäquaten Datenübertragung und -speicherung in der patientennahen Diagnostik sowie in der Therapiebegleitung eingesetzt werden können, ebenso wie bei Fragen der Konsumentensicherheit.