Fraunhofer IFAM, Bremen  /  24.10.2019

Bioabbaubare Mikropartikel und Mikrokapseln

7. Workshop TPM

Mikrokapseln und funktionelle partikuläre Trägersysteme leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Produkten. Die erforderliche Einsatzmenge an zum Beispiel Bioziden, Pestiziden, Düngemitteln, Schmierstoffen und Parfümölen kann in mikroverkapselter oder gecoateter Form ohne Einfluss auf die Produktperformance deutlich reduziert werden. Damit sind Mikroverkapselung oder auch Partikelcoating wichtige Maßnahmen im Sinne des Umweltschutzes. Als Kapselwand-, Träger- und Coatingmaterialien kommen überwiegend Polymere zum Einsatz.

Studien der letzten Jahre lassen vermuten, dass winzige Plastikteilchen giftige Stoffe aus deren Umgebung absorbieren können. Die möglicherweise resultierenden öko- und humantoxikologischen Gefahren haben eine breite Diskussionen in der Gesellschaft zum Thema »Mikroplastik« angestoßen. Funktionelle Mikrokapseln und -partikel gelten per aktueller Definition als primäre Mikroplastik und stehen somit ebenfalls im Fokus der Diskussion, obwohl sie mengenmäßig nur einen verschwindend geringen Anteil an Mikroplastik ausmachen. So bewertet die ECHA zur Zeit die Notwendigkeit eines Verbotes von funktionellen Partikeln/Mikrokapseln in verschiedenen Anwendungen. Der eigentliche Zweck, Produkte durch Mikrokapseln nachhaltiger zu gestalten, wird damit hinfällig. Ein möglicher Weg aus diesem Dilemma wäre der verstärkte Einsatz von bioabbaubaren Kapselwand- und Coatingmaterialien. Potenzial und Probleme bei der Verwendung von bioabbaubaren Polymeren als Kapselwand- und Coatingmaterial sollen im Rahmen des Workshops präsentiert und diskutiert werden.