Problembewusstsein zu Mikroplastik in der Umwelt

Pressemitteilung des Fraunhofer ICT / 25.7.2017

»Auswirkungen von Mikroplastik in der Umwelt« war das Thema des 6. Workshops der Technologieplattform Mikroverkapselung am 21. Juni in Karlsruhe. Zehn führende Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Mikroverkapselungen standen in intensivem Austausch mit Vertretern der universitären Forschung und der Anwendungsentwicklung bei Fraunhofer. Organisiert wird die Technologieplattform von den Fraunhofer-Instituten für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm und für Chemische Technologie ICT in Pfinztal.

Stärkebasierte Amylose-Kapseln zum Schutz probiotischer Bakterien
© Foto Fraunhofer IAP

Stärkebasierte Amylose-Kapseln zum Schutz probiotischer Bakterien

Die Mikroverkapselung ist eine weit verbreitete Technologie zur Ermöglichung der gezielten Freisetzung von Wirkstoffen in spezifischen Anwendungen. Zum Beispiel werden pharmazeutische Wirkstoffe mikroverkapselt, um diese maßgeschneidert nur in bestimmten Bereichen des Körpers freizugeben. Die Umweltbelastung durch Pestizide wird durch deren Mikroverkapselung deutlich reduziert. Mikroverkapselte Phasenwechselmaterialien finden in Funktionsbekleidung und in Baumaterialien Anwendung, um die Wohlfühltemperatur einzustellen. Es gibt sehr viele weitere Anwendungen durch diese Technologie.

Kunststoffpartikel stehen bezüglich deren Umweltbelastung zunehmend in der öffentlichen Kritik. Aus diesem Grund haben sich die Unternehmen der Technologieplattform sowie weitere interessierte Unternehmen zu den neuesten, diesbezüglichen Forschungserkenntnissen ausgetauscht. In wissenschaftlichen Beiträgen wurde die Auswirkung von Mikroplastik in der Umwelt, deren Interaktion mit aquatischen Organismen sowie aktuelle Forschungsergebnisse der Analytik von Mikroplastikpartikeln in der Umwelt diskutiert.

Um eine Reduzierung von Mikroplastik in der Umwelt zu erreichen, das sowohl primär als auch sekundär, beispielsweise durch  Wechselwirkung von Makroplastik mit UV-Strahlung oder durch mikrobiologischen Abbau entsteht, müssen neue Materialien entwickelt werden. Bioabbaubare Werkstoffe stehen dabei im Fokus. Diese Aufgabe ist jedoch für die Mikroverkapselungen nicht trivial, da die gewünschte Funktionalität der Mikrokapsel in vielen Anwendungen mit den Anforderungen an eine schnelle biologische Abbaubarkeit im Widerspruch steht. Dennoch sieht die Brache eine gute Chance, das enge Prozessfenster, das beide Ansprüche miteinander vereint, in den kommenden Jahren für viele Anwendungen zu finden. Die Kosten für die Mikrokapseln dürfen dabei nicht steigen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. Auch die Erfüllung dieses Anspruchs ist herausfordernd, aber gemeinsam möchte Sich die Technologieplattform Mikroverkapselung diesem Stellen.