Das Fraunhofer IAP / Forschungsbereich Biopolymere bringt seine langjährige Expertise bei der Entwicklung von Spinnprozessen zur Herstellung biobasierter Fasern und der damit einhergehenden Optimierung der Ausgangsstoffe sowie bei der Carbonisierungstechnologie ein. Spinnanlagen zur Herstellung der weißen Vorläuferfaser sind im Technikumsmaßstab und Carbonisierungsanlagen im Labormaßstab am Standort Potsdam bereits seit vielen Jahren erfolgreich in Betrieb. Im Rahmen der CLFL baut das Fraunhofer IAP eine Technikumsanlage für die Carbonisierung (Black-Line) und eine Pilotanlage zur Herstellung der Vorläuferfasern (White-Line-Pilotanlage) in Brandenburg auf.
Die BTU Cottbus-Senftenberg / Institut für Leichtbau und Wertschöpfungsmanagement entwickelt zu den neuartigen Carbonfasern passende biogene Schlichtesysteme, um das Verstärkungspotential in späteren Anwendungen voll ausschöpfen zu können und ein möglichst ökologisches Gesamtsystem zu erhalten. Darüber hinaus wird an umweltfreundlichen Kompositen aus modifizierten Naturfasern in Kombination mit reststoff- oder biobasierten Matrices geforscht, die eine nachhaltige Alternative zu konventionellen Materialsystemen wie Glasfaserverstärkungen darstellen. Um zukunftsfähig zu bleiben, engagiert sich der Fachbereich zu diesen Themenstellungen zudem mit der Aus- und Weiterbildung zu diesen von Schüler/innen aus Schulen in der Region Lausitz.
Die Entwicklung wird am Fraunhofer IAP und der BTU Cottbus-Senftenberg durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA mit Personalmitteln in Höhe von 5 Millionen Euro über vier Jahre bis Juni 2027 gefördert (Förderkennzeichen: 46SKD154A/B). Die Mittel stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Programms »Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten« (STARK) bereit.
Die TU Chemnitz / Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung baut in Boxberg/Sachsen eine Pilotanlage zur Carbonisierung (Black-Line-Pilotanlage) auf – als Außenstelle der TU Chemnitz. Um die gesamte industrienahe Fertigungskette bis zum Bauteil abzubilden, sollen die neuartigen Carbonfasern darüber hinaus zu zweidimensionalen technischen Textilien, thermoplastischen Tapes und Profilen im Pilotlinienmaßstab weiterverarbeitet und erforscht werden. Das Budget von mehr als 62 Millionen Euro wird vom Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung bereitgestellt.